der kognitive Ansatz & ich
Meinen ersten Kontaktpunkt mit dem Ansatz hatte ich während der Corona-Pandemie. Lockdown. Der beste Zeitpunkt, um entweder durchzudrehen, exzessiv Yoga zu machen, ein neues kreatives Hobby zu erlernen, Toilettenpapier zu horten oder sich nebenberuflich weiterzubilden.
Eine Mutter, deren Kind ich früher im Kindergarten betreut hatte, kam auf mich zu und fragte nach, ob ich nicht Lust hätte, als Test-Klientin an einer Coaching-Sitzung teilzunehmen. Ich überlegte nur kurz, dann antwortete ich: “Ja, auf jeden Fall! Ich hätte aber auch Interesse an der Ausbildung!”
Kurz darauf saß ich bereits im Doktor Holzinger Institut in Stuttgart und lernte eine Menge neuer Dinge, die mein Selbstbild komplett auf den Kopf gestellt haben: Ich selbst bin verantwortlich dafür, wie ich mich fühlen will? Ich bin kein Opfer der Umstände? Emotionen sind rational erklärbar und ich kann sie durch das, was ich denke, beeinflussen? Es gibt ein Ablaufschema, mit dem man jedes Problem der Welt (zumindest auf kognitiver & behavioraler Ebene) lösen kann?
Mit jeder Lerneinheit und jeder eigenen Coaching-Sitzung, die ich zur Übung durchführte, lernte ich ein wenig mehr über mich selbst und stellte mir meinen kleinen Werkzeugkoffer zur Problelösung zsuammen. Vor allem lernte ich jedoch, wie viel Einfluss ich eigentlich auf mein eigenes Leben, meine Einstellung und damit auch auf das Überwinden der Hürden habe, vor denen ich im Alltag immer wieder stehe. Der Umgang mit einer Krise in meinem Freundeskreis, der Tod eines guten Freundes, der herausfordenrde Arbeitsalltag im Kita-Bereich. Alles war plötzlich lösbar. Nicht schön und auch nicht angenehm - Aber nicht mehr so einengend und blockierend.
Ich wusste plötzlich, wie ich mit all meinen Stressoren umgehen soll: Angst vor der Meinung anderer, Ärger über mich selbst oder darüber, wie ungerecht das Schicksal manchmal sein kann. Scham darüber, in etwas nicht so gut zu sein wie ich es eigentlich gerne wäre. Angst einen neuen Schritt zu wagen, weil ich das Resultat noch nicht vorhersehen kann.
Kommt euch bekannt vor? Dann wisst ihr, wovon ich rede.
Katrin Holzinger überreichte mir damals ein Buch mit dem nicht gerade einprägsamen Titel “die rational emotive und kognitive Verhaltenstherapie RE&KVT - Handbuch” von Milenko Vlajkov.
“Die Rational-Emotive Verhaltensterhaltenstherapie (REVT) ist die älteste und erste Form Kognitiver Verhaltenstherapie, begründet 1955 von Albert Ellis. Dieser Ansatz führte etwa zehn Jahre später zur "kognitiven Wende" in der Verhaltenstherapie. (…) REVT ist ein ganzheitlicher handlungsorientierter Psychotherapieansatz mit dem Ziel emotionalen Wachstums: wir werden ermutigt, unsere Gefühle bewusst zu erleben und auszudrücken, wobei der Zusammenhang von Denken, Fühlen und Handeln betont wird.” (Quelle: https://www.ret-revt.de/revt-kvt/)
Nun bin ich keine Therapeutin oder Psychologin. Ich habe mir jedoch zum Ziel gesetzt, Menschen - und in diesem Fall besonders Pädagog*innen und Eltern - darin zu unterstüzen, gesund zu bleiben und den “Werkzeugkoffer” im Idealfall an die nächsten Generationen weiterzugeben.
Ich bin fest davon überzeugt, dass der Ansatz vielen Menschen dabei helfen kann, wieder handlungsfähiger zu werden, zu sich selbst etwas netter zu sein und Energie zu sparen, die mit unnützem Grübeln verschwendet wäre.
Ich freue mich darauf, wenn du dich in einer Sitzung mit mir selbst von dem Ansatz überzeugst - aber auch darüber, wenn du immer mal wieder in diesem Blog, auf Instagram (milenahahncc) oder auf meiner Homepage vorbei schaust. :)
Bis bald
Milena